Sachsen war in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts Ausgangspunkt und Kernland der industriellen Revolution in Deutschland. Die Dahlener Heide blieb davon weitgehend unberührt, nur die Holzwirtschaft florierte, aber der Verkehr ging weitläufig um das Gebiet herum.
Lediglich Dahlen erhielt durch den Ausbau der Strecke Leipzig - Riesa - Dresden 1838 einen Bahnhof. Torgau erhielt einen erst 1872. Die um 1915 erbauten Bahnlinien Torgau - Belgern und 1922 Mockrehna - Schildau waren bedeutsam für das Heidegebiet. Zwischen 1936 und 1939 wurde die Holzstraße von Dahlen über Lausa nach Belgern für den Kraftfahrzeugverkehr ausgebaut.
So war der Bahnhof "Dahlen i. Sa." für viele Sommerfrischler aus dem Leipziger Raum vor und nach dem 1. Weltkrieg das Tor zur Dahlener Heide. Der 2. Weltkrieg brachte den Fremdenverkehr zum Erliegen.
Nach 1945 kam der Fremdenverkehr wieder in Gang, die Erholungssuchenden erinnerten sich wieder an das schöne Waldgebiet vor den Toren der Großstadt. An Sonn- und Feiertagen kamen viele Tagesausflügler und Badegäste. Schmannewitz war Vorreiter.
Der Durchbruch kam Mitte der 50iger Jahre, als die Dahlener Heide mit dem gewerkschaftlichen Feriendienst kooperierte (ca.1 Million Menschen waren z.B. 1967 in der Heide). Ab 1970 wurden neben Schmannewitz, Dahlen, Bucha und Schöna weitere Heideorte für den Urlaubstourismus neu- bzw. wiedererschlossen.
Die Jugendherberge Dahlen und die Touristenstation Kurzwalde bei Schildau waren bei den Kindern sehr beliebt. Die Kirchen boten evangelische Rüstzeiten in Schmannewitz und Lausa an. Durch den Fremdenverkehr blieben viele Gaststätten erhalten.
Mit der Wende 1989/90 veränderte sich das Dorfleben grundlegend. Die LPG'en wurden aufgelöst, alte Hofbesitzer konnten Familienbetriebe gründen, aber wenige zeigten Interesse. Kleine Dorfläden kämpften ums Überleben.
Der 1991 wieder ins Leben gerufene
Heimatverein Dahlener Heide e.V. will wieder Touristen und Urlauber in die Region holen.